Station 10: Bussensee

 

Das seit 1988 unter Schutz stehende Naturschutzgebiet Bussensee hat eine Größe von 13,5 ha und stellt damit eine kleinräumige Fläche im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) Bodanrück dar. Aus einem ursprünglich nacheiszeitlichen See entstand ein vielfältig strukturiertes Moor, durchzogen von einem zentralen Graben und wenigen restlichen Wasserflächen.

Seit 2024 sind diese Wasserflächen allerdings bedeutend gewachsen, denn in dem Gebiet haben sich mehrere Biber-Familien angesiedelt. Schon bevor die Biber aktiv wurden, gab es Überlegungen, im Naturschutzgebiet Wasser aufzustauen. Der Biber ist den Schutzgebietsbetreuenden vom BUND allerdings zuvorgekommen und baute seine Dämme kurioserweise genau an dieselben Stellen, die schon vorher im Gespräch waren. Und dabei war er auch noch viel günstiger und schneller, als wir Menschen das gewesen wären. Der Bussensee ist damit ein wunderbares Beispiel dafür, wie der Biber Landschaften gestalten kann. 

Durch die vergrößerten Wasserflächen lassen sich nun schon das zweite Jahr in Folge (Stand 2026) Veränderungen in der Flora und Fauna des Bussensees beobachten: Die Biber haben ein ideales Gebiet für Amphibien und Libellen geschaffen, und ihren Lebensraum bedeutend vergrößert – dadurch konnte sich hier eine sehr viel größere Menge an Wasserfröschen, Kammmolchen und diversen Libellenarten ansiedeln. Aber nicht nur Amphibien profitieren von der größeren Wasserfläche – auch zwei Wasservogelarten, der Zwergtaucher und die Wasserralle, wurden hier heimisch. Die Bedingungen wären auch ideal für die Zwergdommel. Diese konnte bis jetzt zwar noch nicht im NSG Bussensee beobachtet werden, wir hoffen allerdings sehr, dass auch sie sich hier in den nächsten Jahren ansiedeln wird.

Auch für die Flora des NSG Bussensee spielt der veränderte Wasserspiegel eine Rolle. Dort, wo beispielsweise das Sumpfblutauge einst wuchs, befindet sich jetzt die Wasserfläche. Die größeren Wiesen in diesem NSG liegen allerdings leicht erhöht am Rand der Fläche und sind daher noch nicht betroffen von dem höheren Wasserspiegel. Wie sich der Wasserspiegel entwickelt, muss im nächsten Jahr weiter beobachtet werden. Zuletzt war die Tendenz steigend: Im Jahr 2025 waren die Dämme noch mal ein Stück höher als im ersten Jahr. Sollten die Dämme noch weiter erhöht werden, dann besteht die Gefahr, dass sie auch die Pflegeflächen, auf denen zum Beispiel Orchideen wachsen, überschwemmen werden.

 

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