Station 3: Lorettowald
Der Lorettowald begrünt das Horn von Konstanz. Der Mischwald wurde schon im Jahr 749 urkundlich erwähnt und war damals im Besitz des Klosters Reichenau. Seit 1907 gehört er der Spitalstiftung Konstanz und ist ein beliebter Ort der Erholung. Dort stehen unter anderem hoch aufragende Lärchen und Kiefern. Etwas Besonderes sind die alten Buchen- und Eichenbestände. Einige Eichen sind an die 300 Jahre alt, manche der Buchen erreichen 40 Meter Höhe.
Doch der Klimawandel bedroht diese majestätischen Bäume. Durch den neuerdings geringen Niederschlag im Sommer wie auch im Winter trocknen sie von oben herab aus und ihre Kronen sterben ab. Schaffen die Bäume es nicht, eine zweite tiefere Krone zu bilden, muss die Försterin den Baum aus Sicherheitsgründen fällen. Hinzu kommen Waldschäden durch extremen Wind.
Alte Bäume können sich nicht anpassen. Dort, wo Lücken entstehen, zieht die Försterin neue Bäume hoch. Sie stellt sicher, dass junge Baumsetzlinge genug Sonne zum Wachsen bekommen und nicht von Brombeerhecken überwuchert werden.
Die Forstwirtschaft hat bisher wenig Mittel gefunden, der Klimaveränderung zu begegnen. Nachkommende Bäume werden nicht so groß und mächtig wie ihre Vorgänger. Es wäre wünschenswert, die Verjüngung dem Wald selbst zu überlassen oder zumindest einheimische Bäume für einen gesunden Mischwald anzupflanzen, damit die dazu gehörige Tierwelt erhalten bleibt. Im Lorettowald pflanzt die Försterin derzeit (Stand 2025) zusätzlich Baumarten aus der warmen Rheinebene, wie zum Beispiel Wildbirne und Elsbeere – die Mischung soll es machen! In der Forstwissenschaft wird aber auch zur Ansiedlung mediterraner Bäume in mitteleuropäischen Wäldern geforscht. Das Bild des Lorettowaldes wird sich jedenfalls wandeln.
Noch aber können wir den Wald in seiner ursprünglichen Form genießen. Ein Wald kann ein sehr emotionaler Ort sein – wir lieben das Rauschen der Blätter im Wind, die vielen verschiedenen Vogelstimmen, das Spiel von Licht und Schatten und den würzigen Geruch des Waldbodens!