Station 7: Obere und Untere Güll

 

Die Obere und Untere Güll erstrecken sich entlang der Blumeninsel Mainau. Die beiden Naturschutzgebiete zeichnen sich in besonderem Maße durch ihre Vielzahl verschiedener Lebensräume aus: Auenwälder, Tief- und Flachwasserbereiche und Schilfgürtel. Die Schilfgürtel und Flachwasserbereiche dienen als landesweit bedeutsame Brut-, Rast- und Überwinterungsgebiete für zahlreiche Wasservogelarten.

Der Schilfgürtel spielt eine zentrale Rolle im Ökosystem der Oberen und Unteren Güll. Durch sein schnelles Wachstum bildet Schilf sehr dichte Bestände entlang des Ufers, die als Brut- und Lebensraum für viele Vogelarten dienen. Das Schilf bietet Schutz vor Wellen und Wind und schafft somit ein perfektes Zuhause für Insekten, Amphibien und Fische, die wiederum Nahrungsgrundlage für Vögel sind.

Im Winter können Moor- und Bergenten vorbeikommen. Die Moorente ist ein vom Aussterben bedrohter Brutvogel, der flache, pflanzenreiche Gewässer bevorzugt und auf ausreichend Versteckmöglichkeiten angewiesen ist. Die Bestände dieser Art sind durch die Zerstörung von Feuchtgebieten bedroht, und die Obere und Untere Güll bieten der Moorente einen wichtigen Rückzugsort. Die Bergente brütet hingegen in kälteren Regionen wie beispielsweise Finnland und überwintert am Bodensee. Sie bevorzugt tiefere Wasserzonen, kann jedoch auch in der Nähe der Schilfgürtel gesehen werden, wo sie nach Nahrung sucht.

Vom Steg aus lässt sich auf der fast schon unendlich wirkenden Wasserfläche auch das bunte Treiben der Blässhühner sehr gut beobachten. Im Frühling kommt es zu Streitereien, und man kann sie beim Nestbau oder der Brut beobachten. Im Sommer tummelt sich dann der junge fiepende Nachwuchs auf dem Wasser, und im Winter finden sich Tausende Blässhühner in Überwinterungstrupps zusammen.

 

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