Station 9: Dingelsdorfer Ried
Das Dingelsdorfer Ried ist ein 25 Hektar großes Naturschutzgebiet. Es besteht aus drei kleineren Seen und den sie umgebenden Riedwiesen. Zwei Seen sind durch einen begehbaren Damm voneinander getrennt und ein dritter steht im rechten Winkel dazu. Entstanden sind sie durch Torfstechen zu Zeiten, als Torf als Heizmittel verwendet wurde. Heute beherbergt das Dingelsdorfer Ried seltene Tiere und Pflanzen und steht deshalb unter Schutz. Die zwei oberen Seen sind von Wegen und dem Damm aus einsehbar, der dritte nur in kleinen Abschnitten vom Wanderweg aus.
Die Uferbereiche sind von der Steifen Segge, einem charakteristischen Sauergras, bewachsen. Es bildet Grasinseln und verleiht Seen und Ufersaum ein außergewöhnlich ansprechendes Landschaftsbild. An den Ufern und in den Wiesen wachsen besondere Ackerminzen, die einen für solche Riedwiesen typischen Duft verbreiten. Es gibt etliche Orchideenarten und andere besondere Pflanzen, die gehütet und alljährlich von Naturschützern gezählt werden.
Im Sommer schwirren viele verschiedene Libellenarten über dem Wasser. Auch ohne Vorkenntnisse sind rote, blaue und gelb-braun gemusterte Libellen zu unterscheiden. Wer sich Zeit nimmt, kann mit etwas Glück Baumfalken beobachten, die Libellen über der Wasseroberfläche fangen. Im Frühjahr und Sommer brüten Blässhühner, Stockenten und auch Kolbenenten sowie Graugänse in der dichten Vegetation des Uferbereichs. Selten zu sehen, aber hier und da zu hören, sind Wasserrallen. Graureiher stehen auch gerne in den unzugänglichen Uferbereichen und erheben sich laut schreiend bei jeglicher Störung. Besonders eindrucksvoll sind Eisvögel, die von Schilfhalmen oder Ästen von Büschen aus kleine Fische jagen.
Bei Frost frieren die Seen zu, und wenn sich Eiskristalle auf den trockenen Pflanzenresten oder Dolden bilden, liegt ein besonderer Zauber über dem Naturschutzgebiet.
Sobald die Wassertemperatur im Frühjahr steigt, werden die Seen von zahlreichen Fröschen besiedelt, die im Mai hörbare Froschkonzerte ertönen lassen. Diese Amphibien und ihre Kaulquappen dienen der Ringelnatter als Futter, die mit ihrem Kopf hoch über der Wasseroberfläche von den Uferbereichen aus startend den See durchquert. Kurios sind drei ausgesetzte Schmuckschildkröten, die schon seit mehreren Jahren am Seeufer leben. Offenbar überleben sie die milder gewordenen Winter. Fortpflanzen können sie sich in unseren klimatischen Verhältnissen nicht.
Der neu errichtete Steg über dem Damm ist dem Biber zu verdanken, der seit einigen Jahren den Abfluss staut und somit den alten Weg überflutet hat.